Dienstag, 10. Februar 2009

"I bombed Beirut today"

Dieser Film ist ein Muss und es würde mich überraschen, wenn der diesjährige Oscar für den besten fremdsprachigen Film nicht nach Israel geht! Deutschland mit "Der Baader Meinhof Komplex" ist zumindest meiner Meinung nach keine ernsthafte Konkurrenz.

In "Waltz with Bashir" begibt sich Regisseur Ari Folman auf die Suche nach seinen Erinnerungen als Soldat im Libanonkrieg 1982. Er trifft alte Freunde und Kriegskameraden, die ihm und dem Publikum in eindringlichen Bildern ihre eigenen Erfahrungen aus diesem absurden Konflikt schildern.

Die grandios verstörende Optik aus flachen und räumlichen Animationen wechselt erst zum Schluss zu Originalaufnahmen aus dem Archiv. In dem Moment nämlich, als Folman versteht, warum er sämtliche Erinnerungen aus dem Krieg verdrängt hat.

Als kleiner Vorgeschmack eine Kriegsepisode, die den verrückten Namen des Werks erklärt:

Die Angst vor dem gelben Mann

"I am extremely terrified of Chinese people, but I am not racist". Was ich erst für einen spaßigen Fehler von Google hielt, entpuppte sich bei näherer Betrachtung als ein widerlicher Aufruf zum Fremdenhass unter ultrachristlichem Mantel.

Eine gewisse Amber warnt da den verstörten Leser,
  • dass männliche (!) Chinesen wie verrückt darauf getrimmt werden, die Welterschaft - ihr "eternal end game" - an sich zu reißen (natürlich mit WMD!!)
  • dass die chinesische Regierung ihre Bevölkerung per genetische Manipulation zu einem neuen Wachstumsboom bringen will! (War da nicht was mit 1-Kind-Politik?)
  • dass diese Asiaten (aha, also doch nicht nur Chinesen!) ja auch vor 60 Jahren mit Hitler eine heimtückische Allianz gebildet haben (meint die vielleicht Japan?), die glücklicherweise durch "bombs of freedom" gebrochen werden konnte
  • dass die Chinesen nur unser Land stehlen wollen so wie vor zehn Jahren mit Hong Kong (Moment...nee!)
  • dass sie mit Obama und den amerikanischen Demokraten verbündet sind, die per Abtreibungserlaubnis die Invasion von Milliarden Chinesen in ein bevölkerungsschrumpfendes Amerika erleichtern wollen
  • dass chinesische Männer ihre weibliche Babys in einem heidnischen Ritual opfern, um sich für den Endkampf zu stärken (Sogar mit dem einzigen Link des Beitrags "bewiesen"!!)
  • dass die asiatischen Kommunisten (!) immer noch sehr verbittert sind, weil die Amerikaner ihnen nach dem 2. Weltkrieg einen Ausweg aus den heidnischen (!) Traditionen zeigten (Kommunisten? Heiden? Amerikaner in China?)
  • dass nur eine Rückbesinnung auf den McCarthyism die Gefahr des chinesischen Kommunismus - gegen den sogar der ziemlich liberale (!) Papst Johannes Paul II. kämpfte - bändigen kann
  • dass die Chinesen - ganz in der Tradition des ehemaligen "powerhouse of liberalism" = Soviet Union (!!!) - einen Nuklearangriff auch auf deine geliebte Familie planen
Ich weiß gar nicht, ob man das noch kommentieren muss? Die krude Vermischung von Kommunismus und Liberalismus, Faschismus und Demokratie, Chinesen und Japanern, heidnischer Kulte und Gottlosigkeit, genetische Experimente und Abtreibungsverbot, McCarthy und dem Papst zu einer klebrigen braun-gelben Masse des Fremdenhasses mit ultrachristlicher Legitimation erinnert mich ziemlich stark an die McBain-Satire aus den Simpsons. Nur bleibt mir das Lachen von damals jetzt ziemlich im Halse stecken.


Mc Bain und die Kommunisten-Nazis - MyVideo
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