Mittwoch, 19. November 2008

Die erste große Revolution des 20. Jahrhunderts?

"Was war die erste große Revolution des 20. Jahrhunderts?" Eine Frage, die wahrscheinlich jeder halbwegs geschichtlich-politisch-interessierter Student mit "Na hier, Russland!", "Oktoberrevolution" oder zumindest mit "War da nicht irgendwas im Osten" beantworten würde. Doch sie alle - inklusive mir - lägen falsch.

Denn - wie ich heute nach einer Lebenszeit von fast 23 Jahren gelernt habe - die erste große Revolution des 20. Jahrhunderts begann sieben Jahre zuvor. 1910 nämlich erhoben sich weite Teile der mexikanischen Gesellschaft gegen den Diktator und Autokraten Porfirio Diaz. Und diese blutige Auseinandersetzung dauerte gut 18 Jahre und wurde von eigentlich allen politischen Strömungen beeinflusst, die auch bald Europas Geschichte prägen sollten. Sozusagen ein schwarzes Menetekel für unsere Weltkriege und den folgenden kalten.

Erschreckend finde ich, dass diese Revolution absolut kein Thema ist in den deutschen Medien - noch nicht einmal in Fachzeitschriften. Und der Eintrag in der deutschen Wikipedia geht auch nicht über neomarxistische Behauptungen hinaus. Die mexikanische Revolution scheint keine Rolle zu spielen! Und ich frage mich warum?

Klar, zu der Zeit sind in Europa Dinge passiert, die für uns bei weitem wichtiger waren und die Ereignisse in Mexiko in den Schatten stellen.

Andererseits ist das wirklich eine gute "Ausrede"? Wie heuchlerisch ist es, die Amerikaner aufgrund ihres Unwissens über Europäische Geschichte als ungebildet hinzustellen, wenn wir nicht mal über die grundlegendsten Ereignisse der amerikanischen Geschichte Bescheid wissen - vor allem die außerhalb der USA. Und mit Asien oder Afrika will ich erst gar nicht anfangen.

Wir sitzen sowas von im Glashaus. Nicht vergessen.

Montag, 17. November 2008

Sinter ook in Haarlem

Wie es der Zufall so wollte, lief uns der gute Alte vom Samstag am Sonntag noch einmal über den Weg: in Haarlem!

Haarlem ist eine mittelgroße Stadt (147000 Einwohner) in Noordholland - nicht weit von Amsterdam entfernt. Als eine wichtige Handelsstadt mit einer perfekten geografischen Lage errang Haarlem im goldenen Zeitalter ungeheure Bedeutung als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Niederlande. Spuren dieser großen Vergangenheit findet man überall in der historischen Innenstadt.

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Wie zum Beispiel die Oudekerk im Stadtzentrum mit einer der besten Orgeln der Welt auf der auch schon Beethoven und Mozart gespielt haben.

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Oder auch die alte Vleeshal (Fleischhalle) mit Rathaus. Lucie aus Mähren posiert gerade davor.

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Oder das Teyler Museum am alten Hafen, eine ehemals private Stiftung aus dem 18. Jahrundert und heute das älteste Museum der Niederlande, das bis heute den Charme des imperialen 19. Jahrhunderts verströmt.

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Wunderschön auch die - bis heute privat bewohnten - kleinen Hofjes, in denen auch ich gern groß geworden wäre.

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Im Prinzip sind das begrünte Innenhöfe, um die sich kleine alte Häuschen reihen, die alle ihren Ausgang zum Hof und nicht zur Straße haben. Sehr idyllisch und das mitten in der Innenstadt.

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Und natürlich der unvermeidliche Sinterklaas. Wie am Samstag in Utrecht war auch gestern Haarlem voller Kinder - die meisten von ihnen schwarz angemalt als Zwarte Pietje. In einer großen Prozession mit Kapelle liefen sie Sinterklaas hinter, der auf seinem weißen Pferd Amerigo zum Grote Markt gemächlich trabte. Dort stellten sie sich brav in eine Reihe, um bei Sinterklaas auf der Bühne ihre Weihnachtswünsche verraten zu können.

Fazit: Haarlem ist eine wunderschöne Stadt, die ich definitiv nochmal im Dezember oder Januar besuchen möchte. Denn das berühmte Frans-Hals-Museum haben wir gar nicht besuchen können und ein kleiner Strandausflug nach Katwijk stell ich mir auch sehr schön im Dezember vor: Reizluft!

Samstag, 15. November 2008

Sinterklaas is daar!

Gerade eben hab ich ihn auf dem Stadsingel (Stadtkanal, der die Innenstadt umringt) von Utrecht entdeckt. Auf dem Stoomboot (Dampfboot) zusammen mit Zwarte Pieter (Schwarzer Peter) und seinem Gefolge kamen sie heute morgen in Utrecht aus Spanien an. Lachten, sangen und winkten den Kindern und Kindgebliebenen fröhlich zu, um schließlich in der Weerdsingel am alten Hafen bei einem großen Festakt von den Utrechtern willkommen geheißen zu werden.

Sinterklaas - die niederländische Variante des Nikolaus (!) - wird von nun an drei Wochen lang durch die Niederlande streifen und schauen, wie artig die Kinder zuhause sind. Das ist entscheidend! Denn wenn sie es nicht waren, bekommen sie anstatt schönen Cadeautjes (Geschenken) am Sinterklaasdag (5.12.) eine garstige Rute.

Zum Hintergrund: In Holland wurde wie in Deutschland, Österreich und Belgien vor dem zweiten Weltkrieg der Nikolaustag (5. oder 6.12) als Fest für die Kinder begangen. Sinterklaas, Nikolaus oder auch Knecht Ruprecht kam zu den Kindern, beschenkte die Guten und tadelte die Schlechten. Weihnachten wurde auch gefeiert. Allerdings weniger ein Fest für die Kinder. Die Geschenke wurden außerndem auch nicht vom Weihnachtsmann, sondern vom Christkind gebracht.

Diese Tradition brachten mitteleuropäische Siedler nach Amerika, die aus dem Sinterklaas St. Claus machten, der am 25.12. morgens die Geschenke bringt. Nach dem zweiten Weltkrieg wiederrum brachten amerikanische Soldaten diesen Brauch nach Europa und verdrängten nach und nach den Nikolaus und das Christkind - der Weihnachtsmann brachte fortan die Geschenke. Der Nikolaus war ein Anhängsel, von dem keiner genau wusste, was er eigentlich zu tun hat und inwiefern er verwandt mit dem "richtigen" Weihnachtsmann ist. Sinterklaas jedoch konnte sich in den Niederlanden und Vlandern halten (trotz Konkurrenz von Konsum-Coca-Cola-Weihnachtsmann) und wird auch heute noch frenetisch von den Kindern gefeiert.

Heute Abend bin ich zu einer kleinen Sinterklaasfeier bei Niederländern eingeladen. Hoffe da, Sinterklaas und seinem Feestje noch ein bißchen näher zu kommen!

Samstag, 8. November 2008

Zu spät

Am 22.11. in De Helling/Utrecht. Ausverkauft!


Liam Finn - Gather to the chapel

Sonntag, 2. November 2008

Meine Wahlempfelung

...schon seit 9 Monaten!

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Angekommen

Zwölf Wochen in Utrecht. Es kehrt jetzt eine Art Beruhigung ein, weshalb ich auch in den letzten Tagen nicht mehr so viel geschrieben habe. Ich bin angekommen.

Der erste Uniblock ist fast abgeschlossen. Klausuren geschrieben, Präsentation gehalten und unzählige Assignments geschrieben. Mit dem Englisch läufts.

Niederländisch wird jetzt auch. War heute beim Friseur und Smalltalk eine halbe Stunde lang klappt wunderbar. Und mit den Freunden von hier werden die Gespräche auch schon ein bißchen tiefer.

Ansonsten geh ich den Erasmusproleten so gut wie möglich aus dem Weg, versuch mein eigenes Ding zu machen. Mehr Leute von hier kennenzulernen und Freundschaften mit den richtigen Internationals zu vertiefen. Reisen. Zu Konzerten gehen. Holland aufsaugen.

Mir gehts gut.

Samstag, 25. Oktober 2008

Big jumps

Letzte Woche war Emiliana Torrini in De Helling/Utrecht. Und sie war einfach großartig. Mein Favorit von ihrem neuesten Album: "Big jumps"!

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Drill+++Baby+++Drill

Utrecht IBB 18. Etage+++Die Handwerker im Haus töten mich+++Und eigentlich soll ich noch bis Freitag den Essay über "Multicultural society in the Netherlands" schreiben+++Morgen dann Ablenkung in einer Tagestour mit Mama Malsehnwohin+++Ausflug in Berlin war wunderschön+++Komplett neu eingekleidet+++Holländer sind überall+++Nächster Ausbruch aus dem Singledasein erst in vier Wochen+++Ende

Der Löwenkönig

Weckt das Raubtier in dir

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Zuletzt aktualisiert: 9. Aug, 21:32

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